Unter dem Titel „Global Action Against Dementia“ fand am 16. und 17. März 2015 zum ersten Mal eine Ministerkonferenz der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Dabei stand die weltweit steigende Zahl von Demenzerkrankungen im Mittelpunkt. Der deutsche Bundesgesundheitsminister Gröhe kündigte dabei an, dass man Demenzkranken den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung erleichtern wolle. So solle insbesondere die geistig bedingte Pflegebedürftigkeit gleichwertig behandelt werden wie körperliche bedingte.
Pflegeversicherungsrecht
Pflege-TÜV durchgefallen?
Der Deutsche Pflegetag hat dieser Tage in Berlin auch über den Pflege-TÜV beraten. Die Tagesschau hat dazu ein kleines Dossier erstellt.
Pflegenoten abschaffen oder weiterentwickeln?
In einem Interview der Süddeutschen Zeitung hat sich der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn dafür ausgesprochen, das Notensystem für die Pflegeheime wieder abzuschaffen. Es habe viel Bürokratie und viele Kosten gebracht, ansonsten aber nichts. Vor allem haben die Noten den Verbrauchern nicht bei der Suche nach einem geeigneten Pflegeunternehmen geholfen. Denn alle hätten ähnliche (sehr) gute Noten. Versagt hat nach Ansicht Spahns die Selbstverwaltung. Die Verbände der Pflegeeinrichtungen und die Kassen hätten bei der Umsetzung dessen, was die Politik vorgegeben hat, versagt. Der Geschäftsführer Spitzenverbandes der Medizinischen Dienste, Dr. Peter Pick, hingegen erklärt: „Das Aussetzen der Pflegenoten ist der falsche Weg, weil damit die Transparenz für lange Zeit auf Eis gelegt würde. Die Verbraucher erhielten gar keine Informationen mehr und der Prozess der Transparenzkriterien müsste von vorne beginnen. Nach unserer Auffassung sollten die Bewertungskriterien gestrafft und systematisch weiterentwickelt werden. Es muss künftig besser abgebildet werden, wie die Versorgungsqualität in den Heimen ganz konkret ist.“
Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff: Gesundheitsminister will Tempo machen!
Zur Verbesserung der Situation der Pflegebedürftigen soll in dieser Legislaturperiode ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt werden. Als wichtige Vorarbeit dafür wurden im Frühjahr 2014 zwei Erprobungsstudien in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse der Erprobungsstudien wurden heute im Rahmen der dritten Sitzung des Begleitgremiums vorgestellt. „Jetzt geht es darum, Tempo zu machen, damit die verbesserte Unterstützung den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auch zügig zugute kommt“, so Bundesgesundheitsminister Gröhe. In einem Interview gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“ vom heutigen Tag wird der Minister noch konkreter: „Die Ergebnisse der Erprobung fließen jetzt in einen Gesetzentwurf ein, den ich noch im Sommer vorlegen will. Ein Inkrafttreten ist für 2016 geplant. Für die Umstellung auf die neue Pflegeeinstufung wird man in der Praxis ein Jahr benötigen, sodass eine flächendeckende Anwendung im Jahr 2017 erfolgen kann.“
Mehr lesen
Zusammengestellt für Demenzkranke: Neuerungen bei der Pflegeversicherung
Die Deutsche Alzheimergesellschaft hat ein neues Informationsblatt (pdf) zur gesetzlichen Pflegeversicherung veröffentlicht. Darin werden insbesondere die Leistungen angesprochen, die für demenziell Erkrankte infrage kommen.
Bundesgesundheitsministerium hilft per Internet: Interaktive Beratung zu Pflegeleistungen
Damit Angehörige die neuen, seit dem 1.1.2015 geltenden Pflegeleistungen überblicken können, hat das Bundesgesundheitsministerium einen Pflegeleistungs-Helfer im Internet installiert. Durch gezielte Fragen wird interaktiv ermittelt, welche Leistungen zum jeweiligen Pflegebedarf passen. Außerdem erfahren Pflegebedürftige und deren Angehörige, wie sie die Pflegeleistungen erhalten und wo sie sich weiter informieren können.