Zum Welt-Alzheimertag: Neuer Gesundheitsbericht vorgestellt

RA Thorsten Siefarth - LogoDie Zahl der Demenz-Erkrankungen in Bayern steigt. Das ergibt sich aus einem neuen Gesundheitsreport zu diesem Thema, wie die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml anlässlich des Welt-Alzheimertags am Sonntag mitteilte. Demzufolge leben im Freistaat derzeit rund 220.000 Menschen mit Demenz. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen. Huml warb angesichts dieser Entwicklung für einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft beim Umgang mit Demenz. Die Ministerin betonte: „Menschen mit Demenz dürfen nicht auf Pflegefälle reduziert werden. Sie sind vielmehr Teil unserer Gesellschaft. Sie haben einen Anspruch darauf, dass ihre Würde in allen Phasen der Erkrankung bewahrt bleibt.“



Demenz mit gesundem Lebensstil bekämpfen

Dem Gesundheitsreport zufolge ist in Bayern bis zum Jahr 2020 mit einem Anstieg der Zahl der Menschen mit Demenz um rund 20 Prozent auf circa 270.000 zu rechnen, wenn das Erkrankungsrisiko auf dem bisherigen Niveau bleibt. Bis 2032 würde sich in diesem Fall ihre Zahl sogar um mehr als 50 Prozent auf rund 340.000 erhöhen. Allerdings wächst bei Experten die Zuversicht, dass sich auch demenzielle Erkrankungen in erheblichem Umfang durch einen gesunden Lebensstil vermeiden lassen – insbesondere durch den Verzicht auf das Rauchen und ausreichend körperliche Aktivität.

Huml verwies darauf, dass die Bayerische Staatsregierung bereits im Sommer 2013 eine Demenzstrategie entwickelt hat. Sie unterstrich: „Kernziel dieser Strategie ist es, die medizinische Versorgung, Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz sicherzustellen. Wir wollen die Selbstbestimmung der Betroffenen wahren, ihre Lebensqualität verbessern und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.“

Förderung für niedrigschwellige Angebote

Das Bayerische Gesundheitsministerium unterstützt auch Angehörige bei der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz. Rund zwei Drittel der Demenzkranken werden derzeit zuhause betreut. Huml erläuterte: „Das Gesundheitsministerium fördert mit rund 1,6 Millionen Euro im Jahr rund 100 Fachstellen, die pflegende Angehörige beraten und informieren. Mit rund 500 niedrigschwelligen Angeboten wie Betreuungsgruppen oder Helferkreisen, die das Ministerium mit 1, 7 Millionen Euro jährlich unterstützt, werden Angehörige in der Betreuung zusätzlich entlastet.“

Rechtzeitige Diagnose wichtig

Demenzerkrankungen vom Alzheimertyp sind bisher nicht heilbar. Für die Lebensqualität der Erkrankten spielen die rechtzeitige Diagnose und Behandlung aber dennoch eine wichtige Rolle. Denn eine gezielte Behandlung durch Medikamente im Frühstadium kann das Fortschreiten der Krankheit verzögern und die Symptome lindern.

Link: Den neuen Gesundheitsreport, in dem auch die regionale Verteilung der Demenzerkrankungen in Bayern steht, finden Sie hier (pdf).

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