Berlin: Knapp 60 Prozent für eine Pflegekammer!

RA Thorsten Siefarth - LogoEine deutliche Mehrheit der Pflegekräfte in Berlin befürwortet die Gründung einer Pflegekammer. Dies zeigt die aktuelle Studie zur „Akzeptanz einer Pflegekammer“, die von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales initiiert wurde. Insgesamt 58,8 Prozent der Befragten sprachen sich für die Gründung einer Pflegekammer aus. Nur 17,1 Prozent waren dagegen. Die größte Zustimmung gab es in der Berufsgruppe der Krankenpflege mit 62,2 Prozent, gefolgt von der Berufsgruppe der Kinderkrankenpflege mit 52,1 Prozent und der Altenpflege mit 49,8 Prozent.

Die Studie wird allerdings auch kritisiert. So seien die Pflegehilfskräfte nicht befragt worden. Außerdem sei ein Teil der Befürworter nicht bereit, einen Kammerbeitrag zu zahlen. Ein weiterer Teil wolle maximal fünf bis sieben Euro monatlich bezahlen. Deswegen erklärt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.: „Eine rechnerische Mehrheit für die Kammer und den geplanten Zwangsbeitrag kommt nur zustande, wenn das Land Berlin den Pro-Kopf-Beitrag der Pflegekräfte garantiert bei unter 7 Euro einfriert und alle weiteren Kosten übernimmt“.

Die repräsentative Studie wurde von der Alice Salomon Hochschule Berlin unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ingrid Kollack durchgeführt. Zwischen November 2014 und März 2015 wurden insgesamt 1.196 Menschen in den relevanten Berufsgruppen in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege befragt. Ziel war es, ein Meinungsbild der Beschäftigten in der Pflege zu bekommen und den Grad der Zustimmung oder Ablehnung gegenüber der Gründung einer Pflegekammer zu erheben. Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin hat die Studie mit rund 78.000 Euro gefördert.

Quelle: Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung Gesundheit und Soziales vom 14.4.2015, Pressemitteilung des Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. vom 17.4.2015

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