Bei mehr als 6 Dioptrien wird die Brille zukünftig von der Kasse gezahlt

RA Thorsten Siefarth - LogoGestern habe ich über das Gesetz zur Stärkung der Heil-und Hilfsmittelversorgung (HHVG) berichtet. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) macht darauf aufmerksam, dass dieses auch eine Verbesserung der Versorgung mit einer Brille mit sich bringt. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit werden zukünftig Sehhilfen mit mehr als 6 Dioptrien von der Kasse gezahlt, bei Hornhautverkrümmung reichen mehr als 4 Dioptrien.



Seit dem Jahr 2003 gilt in Deutschland eine Regelung, nach der Versicherte ab dem 18. Lebensjahr nur dann Anspruch auf Sehhilfen haben, wenn die Sehschärfe mit Brille oder Kontaktlinsen maximal 30 Prozent beträgt. Für diejenigen, die ohne Sehhilfe nahezu blind sind, mit bestmöglicher Korrektur aber eine Sehschärfe von mehr als 30 Prozent erreichen, heißt das mit anderen Worten: Die Kasse zahlt nicht.

„Es kann nicht sein, dass Menschen mit schweren Sehfehlern ohne geeignete Sehhilfe bleiben. Die Korrektur der derzeitigen Regelung war überfällig“, sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann.

Bei Kindern und Jugendlichen müssen die Krankenkassen die Sehhilfen bereits nach der alten Gesetzeslage übernehmen. Allerdings nur die Kosten für die Gläser.

Damit die Kassen eine Sehhilfe bezahlen können, muss diese auch in Zukunft vom Arzt verordnet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) vom 17.2.2017

Ein Gedanke zu „Bei mehr als 6 Dioptrien wird die Brille zukünftig von der Kasse gezahlt

  • 3. April 2017 um 23:34
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    Vielen Dank für die wichtigen Informationen!
    Es ist lange notwendig gewesen, dass Menschen mit einer starken Sehschwäche(wie 6 Dioptrien) finanziell unterstützt werden bei dem Kauf einer Sehhilfe. Endlich zahlen jetzt die Kassen!
    Schöne Grüße

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